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Wintrich an der Mosel – der Name, den der Wein nicht tragen durfte

Ein Jahrhundert lang durfte ein Moselwein seinen eigenen Lagennamen nicht tragen. Vier Tage lang stehen wir zwischen den Weinbergen, in denen genau das passiert ist, und verstehen es erst am dritten Tag, oben an einem weißen Kreuz.

6.–9. August 2026 | Moselstellplatz Wintrich, Mittelmosel

Am Eingang von diesem Stellplatz steht ein Schild, und darauf steht: Wintrich, vom Herrgott verwöhnt. Was dieser Spruch bedeutet, steht nicht auf dem Schild. Gefunden haben wir die Antwort erst am dritten Tag, oben an einem Kreuz über den Weinbergen.

Vier Tage an der Mosel, fünfzehn Euro für vierundzwanzig Stunden, ein Weindorf mit rund tausend Einwohnern. Wie das ausgeht, erzählen wir der Reihe nach.

Moselstellplatz Wintrich — vier Tage zwischen Moselufer und Steillagen, von der Ankunft am Donnerstagabend bis zum Wandertag am Kreuz. 24:45 Minuten.

Die Kapitel

  • 0:21 — Kaltstart: das Schild am Eingang
  • 0:58 — Der erste Abend
  • 2:23 — Fünfzehn Euro, eine Schranke, kein Mensch
  • 5:11 — Wintrich zu Fuß
  • 7:35 — Die Mosel, die Staustufe und ein Automat voller Wein
  • 10:15 — Nachmittag am Marktplatz, abends die Weinhütte
  • 12:20 — Nach der Weinhütte in die Weinberge
  • 13:38 — Katela
  • 15:18 — Werbung in eigener Sache
  • 16:06 — Die Wendung: der Wandertag am Großen Herrgott
  • 21:24 — Fazit und Einordnung

Angekommen am Donnerstagabend

Angekommen sind wir am Donnerstagabend, dem sechsten August, kurz vor halb zehn. Die Markise war schon draußen, vor uns lag eine Wiese bis hinüber zu den Hängen des Moseltals, die um die Zeit schon dunkel waren, der Himmel darüber ging von Blau in ein zartes Rosa. Katela war vom ersten Abend an dabei, an der Leine vor der offenen Seitentür. Von diesem Abend gibt es genau drei Bilder.

Wo wir überhaupt gelandet waren, haben wir erst am nächsten Vormittag richtig gesehen: Der Platz liegt zwischen dem Moselufer und den Steillagen, die Stellflächen unter hohen Laubbäumen. Hinter dem Baumstreifen liegt der Sportplatz von Wintrich, mit Laufbahn und Rasen, und zwischen uns und dem Wasser eine große Wiese mit einzelnen Bäumen. Aus der Luft passt das alles in ein Bild: der Ortskern mit dem Kirchturm, der Weinberghang, die Mosel mit der Staustufe, der Sportplatz — und mittendrin wir.

Fünfzehn Euro, eine Schranke, kein Mensch

Der Platz kostet fünfzehn Euro für vierundzwanzig Stunden. Strom, WLAN und die Entsorgung sind darin, Frischwasser nicht — das kostet einen Euro für etwa neunzig bis hundert Liter. Eine Rezeption gibt es nicht. Es gibt eine Schranke, einen Automaten und die Handynummer vom Platzwart. Beim Einfahren zieht man eine Karte, sucht sich einen Platz und bezahlt bei der Abreise am Automaten — Bargeld nimmt er nicht, nur Karte. Wer zwischendurch weg will, wählt Vorauszahlung und fährt mit derselben Karte raus und wieder rein. Reservieren kann man hier gar nicht: wer zuerst kommt.

Rund neunzig Stellplätze, überwiegend geschottert, ringsum Wiese, an jedem Platz ein Stromanschluss. Anhänger und Wohnwagen dürfen gar nicht erst auf den Platz, nur Reisemobile. Nachtruhe von zweiundzwanzig bis acht Uhr, und Musik abspielen ist auf dem ganzen Gelände nicht gestattet, auch leise nicht. In der Platzordnung steht sogar ein eigener Absatz über die Nussbäume auf dem Gelände: Sammeln darf man, aber nur für den Eigenbedarf, etwa ein Kilo. Klingt kleinlich, ist es aber nicht — Betreiberin ist die Gemeinde, und die schreibt eben auf, was sonst niemand regelt.

Ver- und Entsorgung liegen gepflastert am Rand: Grauwasser über einen überfahrbaren Bodenablauf, für die Chemietoilette eine Edelstahlsäule mit eigenem Ausguss. Und ein Schild, das wir richtig gut finden: Bitte Motor abstellen. Das Sanitärgebäude ist ein Holzhaus mit zwei Münzautomaten außen an der Fassade — Duschen kostet einen Euro für fünf Minuten, die Toilette fünfzig Cent (nachgelesen: am Automaten ist der Schlitz für Fünfzig-Cent-Münzen). Auf dem Zettel am Duschautomaten steht: Das Wasser stoppt nach dreißig Sekunden von allein, dann muss man wieder auf Start drücken. Wir nutzen fremde Sanitäranlagen praktisch nie, Carlos hat ein eigenes Bad. Angeschaut haben wir sie trotzdem: gefliest, ein freistehendes Waschbecken, ein Spiegelschrank, alles neuwertig und blitzsauber.

Wintrich zu Fuß

Am Freitagvormittag sind wir vom Platz aus einmal durch den Ort gelaufen. In gut vierzig Minuten hatten wir den Platz, den Ortskern, die Kirche und das Moselufer gesehen. Fachwerkhäuser mit geschwungenen Giebeln, enge Gassen — eine heißt Pützgasse. An einem Eckhaus hängt ein hölzernes Wegekreuz, wie alt es ist, haben wir nicht herausgefunden. Auf dem Marktplatz steht ein Brunnen mit einer dunklen Figur, ein Mann mit einem Werkzeug über der Schulter — wen er darstellt, steht nirgends. Daneben ein Fachwerkhaus mit der Aufschrift Rathaus, und darin die Tourist-Information.

Die Pfarrkirche heißt Sankt Stephanus: achteckiger Schieferhelm, Wetterfahne, eine Turmuhr, die statt Ziffern nur Striche hat. Nachgelesen: Als Pfarrkirche taucht sie zum ersten Mal in einer Urkunde von dreizehnhundertvierzig auf. Vor der Kirche war eine Straßenbaustelle, mit Warnbaken quer über der Fahrbahn, und daneben liegt ein Platz mit hohen, kugelrund geschnittenen Platanen.

Der Laden im Ort heißt Dorfladen Wintrich, regional im Moseltal, und gehört einer Genossenschaft. Wie weit der Weg ist, hängt davon ab, wo man steht: Die Tafel am Stellplatz sagt vierhundert Meter, der Wegweiser am Marktplatz hundert. Unten zur Mosel hin liegt die Weinstube Sankt Michael, mit schmiedeeisernem Wirtshausschild und einer alten Weinpresse vor der Tür. Und keine fünfzig Meter vom Stellplatz steht der Brühler Hof — gegessen haben wir da nicht, wir haben vor dem Schaukasten gestanden und die Karte gelesen. Hauptgerichte zwischen dreiundzwanzig neunzig und zweiunddreißig neunzig, geschmorte Schweinebäckchen für sechsundzwanzig siebzig, ein Überraschungsmenü in drei Gängen für neunundvierzig neunzig, dazu eine Wintricher Rieslingsuppe für sechs neunzig. Probiert haben wir nichts davon. Frühstück gibt es dort auch für Leute, die nicht im Haus wohnen, acht bis zehn Uhr, zwanzig Euro mit einem Glas Sekt, nur mit Reservierung.

Die Mosel, die Staustufe und ein Automat voller Wein

Vom Platz aus führt ein gepflasterter Uferweg direkt an der Mosel entlang, mit einer Bank und Blick auf die Staustufe. Wintrich ist die achte Staustufe hinter Koblenz: sieben Meter fünfzig Stauhöhe, drei Sektorenwehre von je vierzig Metern Breite. Am rechten Ufer steht ein Wasserkraftwerk, das über vierhundert Kubikmeter Wasser in der Sekunde nutzt und rund dreißigtausend Haushalte versorgt, dazu eine große Schleusenkammer, eine kleine Bootsschleuse und eine Rutsche für Ruderboote und Kanus. Nachgelesen: Gebaut wurde die Anlage von neunzehnhundertachtundfünfzig bis dreiundsechzig, in Betrieb ist sie seit vierundsechzig.

Unter dem Wehr saßen Kormorane auf einem Wellenbrecher im ruhigen Wasser. Und drüben liegt der nackte Fels: devonischer Moselschiefer, derselbe Boden, auf dem hier oben der Wein wächst. Am Ufer liegt auch ein Schiffsanleger, Weinort Wintrich, ein roter Steg der Personenschifffahrt Gebrüder Kolb — ab Wintrich um halb zwölf, um zwanzig nach zwölf in Bernkastel, zurück ab halb vier, sechs Euro einfach, zwölf hin und zurück, das Fahrrad drei Euro. Ein gelber Zettel daneben warnt: Durch die Schleuse kann es zu Verspätungen kommen. Gefahren sind wir nicht, wir haben den Fahrplan fotografiert und sind weitergegangen.

Beim Weingut Geierslay an der Moselweinstraße steht ein Automat, in dem Wein steckt — er gehört nicht dem Weingut daneben, sondern der Sektmanufaktur Dirk Kessler. Drin stehen Weine von vier Wintricher Weingütern: Geierslay, Thömmes, Matthiashof und Quint, dazu Sekt, Wasser, Traubensaft, Honig vom Imker aus dem Ort und Knabbereien. Wein zwischen sechs fünfzig und acht neunzig, Sekt zwischen zwölf und fünfzehn Euro, das Bier eins siebzig. Geöffnet von acht bis vierundzwanzig Uhr, nur Karte, und für Alkohol eine Alterskontrolle mit Ausweis. In einem Fach stand eine Flasche mit einer Lagenbezeichnung drauf: Großer Herrgott, sieben Euro siebzig. Was dieser Name bedeutet, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Flasche mit der Lagenbezeichnung Grosser Herrgott im Weinautomaten am Moselstellplatz Wintrich
Im Automaten am Platz: eine Flasche „Großer Herrgott" für 7,70 Euro. Was der Name bedeutet, wussten wir da noch nicht.

Marktplatz und Weinhütte

Am späten Nachmittag haben wir uns am Marktplatz ins Wirtshaus Wintrich gesetzt, draußen an einen Bistrotisch mit roter Platte. Wir haben dort gegessen, und danach gab es einen Cappuccino mit zwei Herzen aus Kakaopulver im Schaum und ein Glas Weißwein. Nachgelesen: Das Wirtshaus Wintrich liegt an der Moselweinstraße 34 direkt am Marktplatz, Restaurant und Pizzeria, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 12 bis 21 Uhr, montags Ruhetag. Während wir da saßen, war die Feuerwehr Wintrich im Ort unterwegs und hat den Verkehr geregelt.

Abends sind wir dann am Moselradweg entlang zur Weinhütte vom Weingut Marx gelaufen. Am Eingang steht ein Aufsteller: Willkommen — Zutritt nur mit tagesaktuellem Durst. Daneben ein handgeschriebenes Schild, das erst Obstsalat ankündigt und sich Zeile für Zeile als Wein herausstellt — am Ende steht da: Na gut, Wein! Es gibt Wein! Die Hütte selbst ist aus Holz, mit einem Getränkekühlschrank, einer angeschlagenen Tafel und zwei großen Weinfässern als Stehtischen. Draußen war alles voll: Bierzeltgarnituren unter Sonnensegeln, Strohballen zum Sitzen, Fahrräder und E-Bikes an einem alten Wagenrad. Karsten hat einen Satz dazu aufgeschrieben, der trifft es: Es war wie ein Fest — Live-Musik, Stimmung und guter Wein.

Auf dem Glas stand die Gravur: Marx, Weingut und Edelobstbrennerei, Wintrich an der Mosel. Getrunken haben wir unter anderem einen Rotling, feinherb, Jahrgang fünfundzwanzig. Und Katela lag zwischen den Weinfässern im Gras, mitten unter lauter fremden Leuten, ganz entspannt.

Weinberge am Abend

Nach der Weinhütte sind wir vom Platz aus nach hinten raus in die Weinberge. Anfang August hingen die Trauben schon dicht, einzelne Zeilen waren mit Vogelschutznetzen überspannt, das Laub färbte sich stellenweise gelb. Der Boden zwischen den Zeilen ist flach und steinig, lauter Schieferbrocken, und dazwischen liegt überall Brache: bewirtschaftete Rebzeilen, daneben verbuschte Terrassenstücke, bei denen nur noch die alten Stützmauern stehen. Das ist der Preis der Steillage — was sich nicht mehr rechnet, wächst zu.

Wir sind in ein bewaldetes Seitental gelaufen, mit steilen Graswiesenhängen und einem natürlichen Schieferaufschluss, die Wirtschaftswege da oben sind asphaltiert. Katela durfte hier frei laufen, über eine hochgewachsene Wiese unterhalb der Hänge. Am Ende kamen wir am Ortsrand wieder raus, an einem Wegweiser, der Wohnmobile weiterschickt: Georgshof nach rechts, Mosel geradeaus.

Katela

Für Katela war das ein guter Platz, mit einer Einschränkung. Hunde sind willkommen, aber nur auf der rechten Seite vom Platz, von der Schranke aus gesehen, und immer an der Leine — das steht wortgleich auf der Willkommenstafel und in der Platzordnung, zusammen mit dem Hinweis, dass Hundekot sofort in die Tonnen gehört. Im Ort steht dafür eine Doppelstation, MIKA Hunde-WC, mit Bildanleitung und einem Reim: Umwelt sauber und fein — Hundekot hier rein.

Am Uferweg ist Katela an der gelben Leine vorausgelaufen, links die Mosel, hinten die Staustufe. Und genau da liegt der Punkt, der uns gestört hat: Der Platz liegt am Wasser, aber für Hunde gibt es keinen Zugang zur Mosel. Nachgelesen: Eine Hundewiese, eine Hundedusche oder einen Hundestrand nennt keine einzige Quelle. Frei laufen durfte sie erst außerhalb, in der Wiese über dem Ort und zwischen den Rebzeilen.

Der Wandertag am Großen Herrgott

Am Samstagvormittag sind wir losgelaufen, kurz vor zwölf. Vom Ortsrand aus sieht man das Ziel schon: ein weißes Kreuz oben auf dem Kamm. Der Weg dahin ist der Weinlehrpfad, rund neunhundert Meter lang, und beginnt an einem Rastplatz unter einer Pergola aus Reben, mit Steintischen — oben auf dem Querbalken sitzt eine kleine Winzerfigur mit Strohhut und winkt. Dann geht es hoch: asphaltierte Wirtschaftswege, an einer Stelle ein sandiger Trampelpfad direkt zwischen zwei Rebzeilen, auf dem Asphalt eine weiße Pfotenspur als Wegmarkierung. Der Lehrpfad liegt fast durchgehend in der prallen Sonne, Schatten gibt es erst oben im Wald. Katela ist die ganze Zeit vorausgelaufen, an der gelben Leine, mit heraushängender Zunge.

Unterwegs steht eine Tafel neben der anderen, und die erklären genau das, wovon wir vier Tage lang umgeben waren. Auf der Bodentafel steht: flachgründiger Schiefer, entstanden durch Erosion in der Steillage, Rieslinge aus solchen Lagen sind für ihre Aromatik bekannt. Daneben ein Schaukasten mit einem echten Bodenprofil aus der Lage Wintricher Stefanslay. Eine andere Tafel nennt die Rebsorten hier: Riesling, Müller-Thurgau, Weißer Burgunder, Blauer Spätburgunder und Dornfelder. Eine dritte erzählt die Geschichte der Rebe, von Georgien über die Römer bis an die Mosel, und es gibt sogar eine Kindertafel mit einer Comicfigur namens Safti Sauerwurm, die die Kinder bis nach oben begleiten soll. Der Pfad ist keine Kulisse: Grundstein neunzehnhundertvierundachtzig, eröffnet siebenundachtzig, saniert bis zweitausendzehn, gepflegt vom Förderverein Weinlehrpfad.

Und dann kommt die Tafel, die alles zusammenbindet. Auf ihr steht, dass Wintricher Bürger im siebzehnten Jahrhundert in einer Notlage einen Kreuzweg mit Kapelle und Kruzifix errichtet haben. Nach diesem Kruzifix wurde die Weinlage ringsum benannt: Großer Herrgott. Und dann das, was wir vorher nicht wussten — ein Jahrhundert lang durfte der Wein diesen Namen nicht offiziell tragen. Der Grund war der Glaube: Streng gläubigen Bürgern konnte so ein Name als Vergehen gelten. Auf der Tafel steht, die Lagenbezeichnung sei erst um achtzehnhundertdreißig eingetragen worden. Und unten im Automaten am Platz steht heute eine Flasche, auf der genau das draufsteht.

Das weisse Kreuz Grosser Herrgott auf dem Geierskopf ueber den Weinbergen von Wintrich
Auf der Tafel steht: neun Meter hoch, seit 1979 auf dem Geierskopf.

Der Ortsname geht denselben Weg zurück: Wintrich kommt von Vindriacum, keltisch-römisch, das heißt Weindorf. Seit rund zweitausend Jahren wird hier Wein angebaut, und die Festhalle unten im Ort heißt bis heute Vindriacum. Am Kreuz selbst stehen eine Bank, ein Geländer, ein Flyerständer und die Tafel Mosellauf bei Wintrich. Auf der Tafel steht: neun Meter hoch, seit neunzehnhundertneunundsiebzig, als Symbol der Weinlage, auf einem Felsvorsprung, der Geierskopf heißt — ein weißes Steinkreuz mit Christusfigur und Dornenkrone, mit Stahlseilen verspannt.

Direkt daneben hängt eine Tafel vom Moselprojekt: Der Förderverein hat eine brachgefallene Rebterrasse freigestellt, für Steppensattelschrecke, Segelfalter, Mauereidechse und Skabiosenflockenblume. Brache, wie wir sie am Abend vorher gesehen haben — hier ist sie Absicht. Von oben haben wir noch mal die Drohne gestartet: die Staustufe, eine Marina, ein Fahrgastschiff auf dem Wasser und der ganze Ort zwischen Fluss und Hang. Und auf einem der Luftbilder ist die ganze Mannschaft drauf: Karsten am Fuß vom Kreuz, Jutta auf der Bank, Katela zu ihren Füßen.

Am Flyerständer lag ein Flyer der Wintricher Passionsspiele. Die werden alle fünf Jahre aufgeführt, die nächsten von März bis Mai zweitausendneunundzwanzig, unten in der Sankt-Stephanus-Kirche. Hoch war es gut eine halbe Stunde. Das Schild unten am Eingang ergibt trotzdem erst hier oben Sinn.

Unser Fazit

Vier von fünf Sternen für den Moselstellplatz Wintrich, und eine klare Empfehlung. Nachgelesen: Für diesen Platz gibt es keine offizielle Sterne-Einstufung, das ist also unsere eigene Note.

Vier Dinge waren gut: die Lage zwischen Moselufer und Steillagen, blitzsaubere Sanitäranlagen, alles zu Fuß erreichbar, und der Nahverkehr ist für Gäste kostenlos — genutzt haben wir ihn nicht. Vier Dinge haben gestört: Es gibt wenig sonnige Plätze, wer Solar auf dem Dach hat, steht hier im Schatten — unser mobiles Panel lag deshalb am Abend vor Carlos auf dem Boden, mit den Kabeln quer über die Wiese. Kein Wasserzugang für Hunde, obwohl der Platz am Fluss liegt. Die Dusche stoppt alle dreißig Sekunden von allein, und wer zwischendurch anhält, verliert die Zeit trotzdem — selbst geduscht haben wir dort nicht. Und bei Regen könnte es matschig werden, erlebt haben wir das nicht, wir hatten die ganze Zeit fast wolkenlosen Himmel. Dazu drei Kleinigkeiten: nur Kartenzahlung, ohne Reservierung ist es in der Hochsaison Glückssache, und das Musikverbot auf dem ganzen Platz.

Der Platz hat für uns gute Chancen, in den Top fünf des Jahres zu landen. Was Jutta mitnimmt, ist etwas anderes: Wir haben Tage zwischen diesen Weinbergen gestanden und den Namen von dem Ort nicht verstanden. Und dann liest man oben auf einer Tafel, dass hier vor vierhundert Jahren Leute in ihrer Not ein Kreuz aufgestellt haben — und dass der Wein bis heute danach heißt. Das Rondeltal und die Straußwirtschaft am Weingut Geierslay haben wir nicht mehr geschafft. Ein Grund, noch mal herzukommen. Versprechen tun wir es nicht.


Transparenz: Der Film enthält einen gekennzeichneten Werbeblock in eigener Sache für die Roland Püllen GmbH und am Ende einen Hinweis auf unsere eigenen Angebote. Sprecherstimmen und Musik sind KI-erzeugt, das Bildmaterial stammt von uns — deshalb steht „Teils KI-generiert" über die ganze Laufzeit im Bild.

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