Loreley: Ein Konzert, das über den Rhein kommt
Drei Tage am Mittelrhein, gegenüber der Loreley. Wir waren wegen eines Konzerts da — und haben es am Ende vom Stellplatz aus gehört. Ein ehrlicher Bericht über ein Wochenende, an dem wir zu müde für Programm waren.
3.–5. Juli 2026 | Camping Loreleyblick, St. Goar, Oberes Mittelrheintal
Es gibt Reisen, für die man wochenlang plant. Und es gibt die, bei denen man einfach ein Konzertticket kauft und schaut, wo man den Camper hinstellen kann. Das hier war die zweite Sorte.
David Garrett spielte am Samstag, dem 4. Juli, auf der Loreley Freilichtbühne. Wer die Bühne kennt, weiß: Sie liegt oben auf dem Felsen, 132 Meter über dem Rhein, an der engsten und tiefsten Stelle des ganzen Flusses. Ein Ort, an dem man kein Konzert bauen würde, wenn man vernünftig wäre. Genau deshalb ist es dort so gut.
Das Basislager
Wir standen auf dem Camping Loreleyblick — linkes Rheinufer, südlich von St. Goar, direkt gegenüber dem Felsen. Freie Platzwahl, Wiese unter den Rädern, geschotterte Wege. Man fährt rein und sucht sich seinen Platz. Uns gefällt das.
Den ausführlichen Check mit Preisen und allem Drum und Dran haben wir gesondert aufgeschrieben. Kurzfassung: schön, sauber, etwas teuer.
Der Freitag
Angekommen am späten Nachmittag. Markise raus, Katela erst mal ins Gras, dann losgelaufen. St. Goar liegt einen Kilometer nördlich — eine Gasse mit Lokalen, eine Kirche, das übliche Mittelrhein-Programm, und trotzdem schön.
Danach der Uferweg. Der Rhein hat hier Buhnen, diese steinernen Finger, die ins Wasser ragen und die Strömung brechen. Katela fand sie großartig. Wir sind bis zur Dämmerung gelaufen und haben abends draußen gegessen.
Burg Katz
Auf dem Rückweg standen wir plötzlich davor — beziehungsweise darunter. Burg Katz thront auf einem Schieferfelsen über St. Goarshausen, drüben auf der anderen Seite. Zwei spitze Schieferhelme, ein runder Bergfried ohne Dach, ein langer Wohnflügel, der aussieht, als klebe er am Fels.
Die Burg heißt eigentlich Neukatzenelnbogen. Den Spitznamen „Katz" hat ihr der Volksmund verpasst — und der Burg Maus ein paar Kilometer flussabwärts entsprechend den ihren. Betreten kann man sie nicht, sie ist in Privatbesitz. Anschauen reicht auch.
Der Samstag — und das Konzert
Hier kommt der Teil, mit dem wir nicht gerechnet hatten.
Wir saßen am Abend vor Carlos. Und dann fing es an. Der Schall kommt über das Wasser, wird von der Felswand zurückgeworfen und landet auf der anderen Rheinseite — bei uns. Wir konnten das Konzert vom Stellplatz aus hören. Nicht alles, aber viel. Dazu der Blick auf die Loreley, dahinter der Rhein, und die Sonne ging langsam runter.
Das war der Moment des Wochenendes. Kein Programmpunkt, nichts Geplantes — es passierte einfach.
Was wir nicht gemacht haben
Und jetzt der ehrliche Teil, den man in Reiseberichten selten liest: Wir haben kaum etwas unternommen.
Wir kamen von der Arbeit und waren müde. Keine Wanderung auf den Felsen, keine Schifffahrt, keine Burgenrunde, kein Besuch im Loreley-Besucherzentrum. Es blieb bei Kleinigkeiten: der Abend in St. Goar, ein Stück Uferweg, eine kurze Runde mit den E-Bikes.
Das Mittelrheintal ist UNESCO-Welterbe und hätte deutlich mehr hergegeben. Wir tun aber nicht so, als hätten wir es erkundet. Manchmal ist ein Wochenende eben genau das: ein Wochenende, an dem man sitzt, schaut und nichts leistet.
Wir kommen wieder. Dann gibt es mehr Infos, versprochen.
Unser Fazit
Vier von fünf Sternen für den Platz. Ein Blick, den man nicht vergisst, saubere Anlagen, freie Platzwahl, Zugang zum Wasser für den Hund. Etwas teuer — für uns zwei mit Katela und Strom rund 37,50 Euro die Nacht.
Und ein Kompliment, das uns mehr wert ist als die Sterne: Der Platz beschreibt sich selbst ehrlich. Es war genau so, wie angekündigt.
Alle Preisangaben stammen von der Preisliste des Betreibers, Stand August 2026 — wir haben vor Ort keine Preistafel fotografiert. Bitte bei der Anmeldung nachprüfen.
Die Daten zum Platz
Preise, Ver- und Entsorgung, Hundefreundlichkeit, Saison und unser Bewertungsdetail stehen im Stellplatz-Check — kompakt auf einer Seite.