Schwarzwald – Fünf Nächte Oase: Ettenheim, der See und der Park
Fünf Nächte Schwarzwald, Campingpark Oase in Ettenheim: die Barockstadt mit Kardinal Rohan und dem Herzog von Enghien, ein Restaurant gegenüber, dem Karsten einen Michelin-Stern gibt, ein See, den auf der Testfahrt keiner erwartet hatte, und der Europa-Park mit dem Rad.
29. August bis 3. September 2026 | Campingpark Oase, Ettenheim
Kurz vor eins steht Carlos auf seiner Parzelle, die Schiebetür ist offen, der Rasen frisch gemäht. Fünf Nächte Schwarzwald, Campingpark Oase in Ettenheim, und diesmal sind wir zu viert unterwegs: Jutta und Karsten, unsere Tochter Kiara und ihr Freund Tilman, plus Katela.
Eine Barockstadt vor der Tür, ein See, mit dem keiner gerechnet hat, und ein Freizeitpark, den man mit dem Rad erreicht. Wir erzählen das der Reihe nach, Tag für Tag, so wie es passiert ist: mit dem, was wir erlebt haben, und mit dem, was wir über Ettenheim, Kardinal Rohan, den Herzog von Enghien, den Prinzengarten, Rust und den Europa-Park nachgelesen haben.
Die Kapitel
- Kaltstart: Carlos auf der Parzelle
- Die Anfahrt
- Ankunft und Aufbau
- Der Platz von oben, und die Sanitäranlagen
- Tag eins am Abend: Löffler, Bistro, der Hang
- Tag zwei: die Barockstadt und der Prinzengarten
- Tag zwei, zweiter Teil: Rathaus, Kirche, Café Rohan
- Tag drei: Rust, der See, die Torte
- Tag vier: der Europa-Park
- Tag fünf: Chilltag, Abbau, die letzte Runde
- Rückfahrt und Fazit
- Frage und Abspann
Kaltstart: Carlos auf der Parzelle
Kurz vor eins am Samstag steht Carlos auf seiner Parzelle, die Schiebetür ist offen, und der Rasen ist frisch gemäht. Fünf Nächte Schwarzwald, Campingpark Oase in Ettenheim, und diesmal sind wir zu viert unterwegs, plus Katela.
Die Anfahrt
Kurz vor sechs an einem Samstagmorgen: Autobahn in der Dämmerung, zwei Lastwagen voraus, und die Leitplanken noch grau. So fängt der zweite Teil unseres Sommers an, und ehrlich gesagt waren wir da noch ziemlich müde. Losgefahren sind wir um halb sechs, weil wir vor der Hitze und vor dem Verkehr ankommen wollten. Die Woche in Sassenberg lag hinter uns, dazwischen ein Tag zu Hause in Köln: Vorräte auffüllen, umpacken, weiter. Vor uns lagen rund dreihundertsechzig Kilometer, und die Hoffnung auf besseres Wetter als im Münsterland. Diesmal waren unsere Tochter Kiara und ihr Freund Tilman dabei: die beiden im Zelt, wir im Carlos. Ziel war Ettenheim im Ortenaukreis, ganz unten in Baden, gleich neben dem Europa-Park.
Der Campingpark schreibt selbst, die Strecke zum Park sei mit dem Fahrrad gut machbar, ungefähr eine halbe Stunde. Genau das wollten wir ausprobieren. Der erste Stopp war dann kurz. Karsten hatte so eine Lust auf Burger King, seit Stunden schon. Der war geschlossen, und auf dem Bestellterminal stand ein Hinweis auf Deutsch und auf Russisch, dass der Kiosk außer Betrieb ist. Geblieben ist die Backwarentheke mit dem Aufdruck frisch belegt, und ein sehr kurzer Aufenthalt. Der Burger King an der Raststätte macht erst am Vormittag auf. Kurz nach acht war er einfach noch zu. Der zweite Stopp, kurz nach zehn, war die Raststätte Baden-Baden West an der A fünf, mit McDonald's.
Carlos stand im Schatten der Bäume, neben einem Lastwagen, zwischen Sammelbehältern und geparkten Autos. Karsten ist eigentlich kein Fan davon. Aber wenn es schnell gehen muss, dann eben doch. Ein kleiner Burger auf bedrucktem Papier, drinnen im warmen Licht, mehr war das nicht. Ein Becher steht noch neben dem Fahrersitz, dann ging es weiter auf die letzte Etappe. Kurz vor der Ankunft war Carlos leer, und wir mussten beides nachfüllen: Diesel und AdBlue. Zwei Säulen, drei Aufnahmen, und die AdBlue-Säule trägt die Nummer zweiundzwanzig. Karsten sagt dazu nur: Die Preise sind einfach nur noch eine Frechheit, und niemand sagt etwas. Und einen Satz hat er noch dazugeschrieben: Den Verbrauch hat er bei Carlos auf sieben Komma sechs Liter auf hundert Kilometer gebracht, voll beladen. Unfassbar, sagt er.
Ankunft und Aufbau
Um kurz vor eins waren wir da, Ankunft auf dem Campingplatz und Bezug des Stellplatzes. Zwei Leihräder standen schon auf der Parzelle. Die hatten wir bei Rad Schulz in der Stückle-Straße geholt, für die Kinder. Zweihundert Euro haben die beiden Räder gekostet, für die ganze Zeit. Die Empfehlung kam vom Platz selbst, Informationen dazu gibt es an der Rezeption. Dann Bodenmatte raus, Campingmöbel auf, Schiebetür auf, und der Rest ist Routine. Gebucht hatten wir zwei Stellplätze der Kategorie A plus, mit Strom, Wasser und Abwasser. Einen für uns und einen für Kiara und Tilman, die nebenan ihr Zelt aufgebaut haben. Zusammen rund zweihundert Euro für die fünf Nächte.
A plus heißt hier: siebzig bis achtzig Quadratmeter, Strom bis zehn Ampere, Wasser und Abwasser direkt am Platz. Der Stellplatz selbst kostet zwölf Euro die Nacht, dazu kommen die Personen, vier Euro Strom und drei Euro für den Hund. Danach bin ich mit Tilman zum Edeka gefahren, gut einen Kilometer mit dem Rad, Grillgut und Getränke holen.
Der Platz von oben, und die Sanitäranlagen
Am Nachmittag ist die Drohne hoch, über den Platz, über das Freibad und über die Umgebung. Und von oben sieht man erst, wie dieser Platz eigentlich gebaut ist. Geschwungene Wege, parzellierte Flächen, und zwischen den Plätzen stehen überall Hecken. Das ist kein Karree mit Nummern, das ist eher ein Park, in dem Stellplätze liegen. Wohnwagen, Wohnmobile, alte Bäume, und gleich dahinter fangen die Felder an. Der Blick geht über den Waldrand hinweg bis in ein weites, hügeliges Tal. Wir stehen hier genau am Übergang von der Rheinebene zum Schwarzwald, im Dreieck zwischen Freiburg, Straßburg und Basel. Es ist keine spektakuläre Landschaft. Es ist eine freundliche, und das reicht völlig.
Am Horizont liegt eine Siedlung, dazwischen nichts als Felder und Baumreihen. Direkt unter uns der Platz, dicht bewachsen bis an die einzelnen Parzellen heran. Von oben sieht man richtig, wie viel Grün zwischen den Plätzen stehen bleibt. In der Mitte liegen die Hauptgebäude, Rezeption und Bistro, dahinter fangen wieder die Felder an. Rund fünf Hektar, etwa hundertachtzig Touristikplätze in fünf Kategorien, alle parzelliert, alle mit Hecke dazwischen, alle auf Rasen. Familiengeführt, und das seit über vierzig Jahren. Und da ist das Becken, mit blauem Wasser und Liegen drumherum. Das ist das städtische Carl-Hermann-Jäger-Freibad, und es grenzt direkt an den Platz. Geöffnet von Mitte Mai bis Mitte September, täglich neun bis zwanzig Uhr, Erwachsene vier Euro, Kinder zwei fünfzig.
Von oben ist der Übergang zwischen Platz und Bad kaum zu erkennen. Schwimmerbecken, Nichtschwimmerbereich, Planschbecken, Liegewiese, Minigolf, Beachvolleyball und ein Kiosk. Die Stadt nennt das südländisches Ambiente. Nachgesehen haben sich das die Kinder und ich am Montag. Am Ortsrand reihen sich Felder, Parzellen und einzelne Wohnmobile aneinander. Ein großes Dach, davor leere und belegte Plätze, alle durch niedrige Hecken getrennt. Und dann findet die Drohne Carlos, ganz allein auf seiner grasigen Fläche neben dem Weg. Gut zwei Stunden nach der Ankunft sind wir mit der Kamera durch die Sanitäranlagen gegangen. Ein gefliester Raum mit Urinalen, hell, alles ordentlich in einer Reihe, daneben die Kabinen mit WC, Spülkasten, Papier und Eimer.
Sauber sah es aus. Ordentlich, hell, nichts abgeblättert, nichts geflickt. Zwei Sanitärgebäude gibt es, beide mit Wickelraum, dazu Kindertoiletten; im unteren stehen Waschmaschine und Trockner. Und es gibt einen Spülbereich und die Entsorgung für die Chemietoilette. Dann eine ganze Reihe Waschbecken aus Edelstahl mit einzelnen Armaturen. Die Duschen sind frei zugänglich, Münzen oder Marken braucht man nicht. Das Licht in den Duschräumen geht um elf aus, die Toiletten bleiben die ganze Nacht hell. Ein Waschplatz mit Spiegel und Ablage, daneben eine kleine Kabine mit eigenem Waschbecken. Eine Duschrinne im Boden statt einer Wanne, und eine Trennwand daneben.
Und ja, die werden bei uns auch benutzt. Kiara und Tilman im Zelt sowieso, ein Zelt hat kein Bad. Und eine Duscharmatur mit Handbrause vor hellgrauen Fliesen. Ich auch. Carlos hat eine Dusche, und die nutze ich, aber mit langen Haaren ist eine richtige Dusche etwas anderes. Nicht jeden Tag, aber wenn es eine gibt, nehme ich sie gern. Nur Karsten nicht, der macht alles in Carlos.
Tag eins am Abend: Löffler, Bistro, der Hang
Am Abend sind wir ins Parkrestaurant Löffler gegangen, das liegt direkt gegenüber vom Campingplatz, und der Platz führt es als sein Restaurant. Auf der Tischkarte stehen die Kontaktdaten und zwei Codes, mit denen man das Haus bewerten kann. Das Haus wirbt für eine kulinarische Genussreise am Donnerstag: vier Gänge mit passenden Weinen, zweiundvierzig fünfzig pro Person. Daneben wirbt es für Catering, einen Grill für Feiern und Gutscheine. Auf der Karte stehen Beilagensalat für sechs neunzig, Carpaccio vom Rind für siebzehn neunzig, Schnitzel Wiener Art für einundzwanzig neunzig, und das argentinische Rumpsteak ab dreißig neunzig. Gemischtes Eis, drei Kugeln, fünf neunzig. Mit Sahne kostet es einen Euro mehr.
Fürstenberg vom Fass, drei achtzig für die Kleine, dazu Weizen und alkoholfreies Zeug. Die Weine kommen aus der Gegend, dazu gibt es eine Fasskollektion vom Kaiserstuhl. Geöffnet ist Dienstag bis Samstag ab siebzehn Uhr, sonntags mittags, montags gar nicht. Von klassisch bis mediterran nennt das Haus seine Küche: Pinsa, Pasta, Salate, und Fisch und Fleisch vom Grill. Gegessen haben wir draußen, unter Sonnenschirm und Markise, bei diesem weichen Abendlicht. Zuerst ein gemischter Salat mit Rucola und Tomaten, frisch und ohne Firlefanz. Dann ein Steak, aufgeschnitten, mit Salat, einer Feige und der Sauce separat daneben. Und eines mit grünen Bohnen, dunkler Sauce, Pommes und wieder einer Feige.
Wir haben dort absolut hervorragend gegessen: Liebe im Detail, Liebe zum Essen, ein wundervolles Ambiente. Ich würde dem Haus einen Michelin-Stern geben. Das ist meine Wertung und keine Auszeichnung, aber bei Tripadvisor steht es auf Platz eins von zweiunddreißig Restaurants in Ettenheim. Später am Abend saßen wir dann noch im Bistro auf dem Platz, unter den Platanen. Ein Cocktail, orange, mit Eiswürfeln, einer Orangenscheibe und Minze obendrauf. Fünf Euro fünfzig hat der gekostet, und dafür kann man nichts sagen. Aus der Flasche waren sie, Sex on the Beach stand auf dem Rührstäbchen, aber in guter Qualität. Eine ordentliche Cocktailbar ersetzt das nicht. Wir waren trotzdem an mehreren Abenden dort.
Das Bistro macht Flammkuchen und Pizza, sieben fünfzig bis neun fünfzig, alles auch zum Mitnehmen. Und morgens gibt es Brötchen, bestellt am Vortag bis acht Uhr abends an der Rezeption. Danach sind Jutta und ich mit Katela noch los, die Gassirunde am ersten Abend. Fünfzig Meter vom Platz weg, dann geht es den leichten Berghang hinauf. Katela läuft auf einem schmalen Grasweg zwischen Stoppelfeld und Maisfeld voraus. Jutta bleibt auf dem Feldweg stehen und fotografiert sich vor der Landschaft. Oben stehen wir unter einem Baum, und unter uns liegen die Felder, die Straße und der Ort. Der Blick geht über den abgeernteten Acker ins Tal und hinüber auf die bewaldeten Hügel.
Ein Wiesenhang, kein Berg: knapp zwanzig Meter höher als der Platz. Der Hang gehört schon zu Ettenheimweiler, und dahinter, gut anderthalb Kilometer westlich, steht der Heuberg mit seinem Aussichtsturm. Katela läuft vor, einzelne Bäume stehen vor einem bewölkten Abendhimmel. Eine gemähte Wiese, ein paar alte Bäume, und über allem rosa Wolken. Ein Grasweg führt über die Anhöhe, und unten im Tal liegt die Siedlung. Jutta geht voraus, mitten zwischen Getreide und hohem Mais. Dann bleibt sie stehen, und hinter ihr liegt der ganze Ort in seiner Mulde. Katela steht auf der trockenen Wiese und schaut den Hang hinauf, ob da noch was kommt. Durch die Zweige geht der Blick auf Felder, einzelne Bäume und die Häuser im Tal.
Von hier oben sieht man weit: Felder, Häuser, und dahinter der dunkle Wald. Ich gehe mit Katela über die gemähte Wiese unter den alten Bäumen entlang. Ein Selfie von mir gibt es auch, das Gesicht halb angeschnitten, so ist das eben. Und einmal stehen wir beide einfach da und schauen nach unten, ohne etwas zu sagen. Jutta hält das Handy hoch, zwischen den Bäumen am Hang. Von oben sieht man auch das Freibad: blaues Becken, Liegen, Sonnenschirme, alles klein. Über dem Getreidefeld reißt die Wolkendecke auf, und das Licht fällt schräg herein. Das Maisfeld liegt unter einem dramatischen Himmel, und die Kolben stehen bis über Kopfhöhe. Von unten gesehen ragt der Mais vor dem graublauen Himmel auf.
Katela läuft am Rand des Maisfelds entlang, immer die Nase auf dem Boden. Ein einzelner Baum am Feld, und Katela auf dem schmalen Grasweg zwischen den hohen Pflanzen. Vom Feldhang aus liegen Äcker, Häuser und die Straße in der hügeligen Landschaft. Auf dem Rückweg geht das Licht ins Warme über, und Katela läuft wieder am Mais entlang. Zum Schluss steht der Mais im goldenen Abendlicht vor den Bäumen und einem Hausdach. Die Dächer, die großen Bäume, das letzte Licht auf dem Laub. Katela war sehr glücklich an diesem Abend. Jutta und ich auch.
Tag zwei: die Barockstadt und der Prinzengarten
Am Sonntag sind wir mit den Rädern in die Altstadt von Ettenheim gefahren. Kurz nach zwölf stehen wir auf dem gepflasterten Platz vor dem Oberen Stadttor. Im Scheitel des Bogens steht die Jahreszahl siebzehnhundertachtundsiebzig, darüber ein vergoldetes Wappen. Das Tor gehört zu einer ganzen Reihe von Bauten, mit denen sich Ettenheim im achtzehnten Jahrhundert neu eingekleidet hat, als Residenzstadt der Straßburger Fürstbischöfe: Rathaus, Stadtkirche, dieses Tor, die Spitalkirche und noch zwei Tore, alles innerhalb von dreißig Jahren. Dahinter ragt der Turm von Sankt Bartholomäus mit seiner grünen Haube über die Dächer, achtundfünfzig Meter hoch. Die Stadt selbst ist viel älter: Ihre Gründer kommen aus einer elsässischen Herzogsfamilie, Stadtrecht seit dreizehnhundertzwei. Und dann, sechzehnhundertsiebenunddreißig, im Dreißigjährigen Krieg, hat Bernhard von Weimar sie niedergebrannt. Was heute dasteht, ist der Wiederaufbau danach, hundertfünfzig Jahre lang, als Barockstadt.
Neben dem Tor ein gelbes Backsteinhaus mit der Jahreszahl achtzehnhundertneunundneunzig im Giebel, gelber Klinker aus der Gründerzeit mitten im Barock. Durch das Tor führt die Friedrichstraße hinein, leicht ansteigend, mit rotem Sandsteinpflaster. Fensterläden in Grün, Grau und Blau, dazwischen Fachwerk, ein Rebstock an der Fassade und ein schmiedeeisernes Nasenschild. Die Räder bleiben an der Festungsstraße stehen, den Rest gehen wir zu Fuß. Am Marienbrunnen liegt ein dichter Kranz roter und rosa Geranien rings um das Becken. Und auf dem Beckenrand stehen kleine weiße Schafe, die da eigentlich nichts zu suchen haben. Die Marienfigur oben auf der Säule wird einem Klosterbruder aus Ettenheimmünster zugeschrieben, Aegidius Butsch, aus dem achtzehnten Jahrhundert. Und die Festungsstraße heißt so, weil sie der alten Stadtmauer folgt, seit neunzehnhundertzwei, vorher hieß sie schlicht Steinenweg.
In der Rohanstraße dann Rundbogenfenster mit schmiedeeisernen Gittern, darüber Geranien in Kästen. An der Ecke ein Fachwerkhaus, dessen Obergeschoss weit vorkragt, auf schlanken Holzstützen, darunter ein Laubengang mit Schaufenstern. An einer Hausecke steht in alter Schrift der Name Freiburg und ein Pfeil nach rechts. So hat man früher den Weg gewiesen, direkt auf die Wand gemalt. Die Thomasstraße ist nach einem Amtmann benannt, der um dreizehnhundertfünfundzwanzig die Stadtbefestigung bauen ließ. Die Gasse hieß damals Thoman Thorgass. In den Gehweg sind Bronzetafeln eingelassen, mit Sätzen aus den alten Ratsprotokollen. Auf einer steht, das Verbot, Gänse, Enten und Hühner laufen zu lassen, sei für die ärmere Klasse sehr hart. Gemeinderat achtzehnhundertfünfundfünfzig.
Eine sehr enge Gasse, ansteigend, links eine kleine Heiligenfigur in einer Wandnische, rechts eine hohe Hauswand mit grauen Läden. Auf eine gelbe Fassade ist ein Himmelbett gemalt, aus dem zwei Füße herausragen. Darunter steht: Gästezimmer. Das ist das Gasthaus Zur alten Brauerei. Am Eingang zum Prinzengarten hängt eine Tafel mit der ganzen Geschichte des Gartens. Daneben der Lageplan, mit einer Nummer für jeden Teil der Anlage: Gemüsegarten, Festwiese, Obstgarten und das Wäldchen mit den Stauden. Der Garten ist alt: ummauert schon im siebzehnten Jahrhundert, erstmals erwähnt siebzehnhunderteinundzwanzig. Und er hat seinen Namen von einem französischen Prinzen, der hier im Exil lebte und in diesem Garten selbst mit angepackt hat. Dazu gleich mehr, wenn wir vor seinem Haus stehen.
Drinnen dann Beete, dichtes Grün, und eine große weiß-rosa Dahlie mitten im Weg. Dunkelrote Rispen daneben, und gleich noch eine Dahlie, rot-weiß gemustert, so groß wie eine Hand. Eine Tafel erklärt, wie aus einer Steinwüste eine Blühfläche geworden ist. Die Stadt hat seit zweitausenddreizehn über hundert öffentliche Flächen so umgebaut, zusammen mit dem NABU. An der roten Mauer hängt eine Gedenktafel für Eckard Riedel, den Gartenarchitekten, der den Garten wieder so angelegt hat, wie er im Barock ausgesehen haben könnte. Alte Pläne gab es nämlich keine. Zwei Enten aus Blech in einer Mauerecke, und eine Messingtafel mit alten Apfelsorten. Ein schmaler Weg führt zwischen den Beeten hindurch, mit Sonne auf dem Kies.
In der Mauer ein vergitterter Zugang, dahinter ein enger dunkler Raum. Ich stehe auf dem schmalen Weg, mitten im Grün, und die Sonne kommt gerade durch. Über die Hecken und Bäume hinweg sieht man die Dächer der Stadt. Karsten nennt den Garten wunderschön, und genau das ist er auch. Ein rötlicher Weg zwischen Stauden, Sträuchern und hohen Bäumen. Mitten zwischen den hohen Gräsern steht eine beschriftete Steinsäule wie ein Kelch. Katela schnuppert daran, als stünde da eine Nachricht extra für sie. Karsten und Katela neben der Säule, in der prallen Sonne. In einer schattigen Nische steht eine dunkle Büste zwischen zwei Bänken. Das ist er: der Herzog von Enghien, dem der Garten seinen Namen verdankt.
Am Sockel eine kleine gelbe Plakette, und der Punkt liegt elf Meter höher als der Rest des Gartens. Vom Aussichtspunkt geht der Blick über die Dächer der Stadt und die geometrischen Beete. Katela liegt im trockenen Gras, den Kopf auf den Pfoten, und lässt uns machen. Ein schmaler Weg führt durch dichtes Sommergrün, dann kommt eine Gabelung. Am Holzunterstand hängt das Schild vom Freundeskreis Prinzengarten. Zweihundert Mitglieder, gegründet zweitausendeins, und die haben den Garten in Eigenleistung wiederhergestellt und im Juli zweitausendvier eröffnet. Gepflegt wird er bis heute ehrenamtlich. Unter dem Unterstand steht ein offenes Bücherregal. Ich habe mir da eines aufgeschlagen.
Ein Weg führt zwischen Gärten und Häusern auf einen Turm zu. Daneben steht ein großes Insektenhotel aus Holz, Ästen und allem, was man so findet. Ein länglicher Stein mit roter Aufschrift liegt am Rand des trockenen Weges. Ein Gedenkstein an der Mauer, und unter einem Baum eine große, abstrakte Holzkonstruktion, abgesperrt. Ein Weg zwischen hohen Hecken, rote Rosen vor einer niedrigen Steinmauer. Ein schmales Gartentor zwischen den Hecken führt hinaus zur Straße. Auf einem Findling steht der Name eines Kunstwerks und der seines Bildhauers, mehr nicht. Eine Tafel zur biologischen Vielfalt, und davor die wilde Fläche, Wildblumen, Bäume, ein kleines Holzhäuschen.
Die große Übersichtstafel noch einmal, und daneben eine, die erklärt, warum die Hecken hier so aussehen, wie sie aussehen. Unter einem großen Baum eine Tafel, davor zwei behauene Steinblöcke mit eingemeißelten Zeichen. Zum Garten gehört auch ein Kunstwerk: der Sandsteinblock Sag mir ein Wort, vom Bildhauersymposium zweitausendneunzehn. Vorn liegt dann der geordnete Teil: der rosa Pavillon, die Beete, der breite Kiesweg. Das Gartenhaus stammt aus den Jahren um siebzehnhundertfünfundfünfzig und ist einer der wenigen zweigeschossigen barocken Gartenpavillons überhaupt.
Tag zwei, zweiter Teil: Rathaus, Kirche, Café Rohan
Wieder unten in der Stadt, an derselben gelben Brauerei vorbei. Von vorn sieht man erst das Wirtshausschild für das Bier Hieronymus und die Blumen an allen Fenstern. Gegenüber ein Fachwerkhaus mit offener Arkade, darin ein Café, und daneben ein hohes Sandsteinkreuz zwischen Hortensien. Ein Balkon voller Yuccas, Vogelscheuchen mit Strohhut, ein bemalter Hahn, eine Blechente. Alltag in der Altstadt. Auf einer Stele steht: Es darf kein Narr Politik oder Religion haben, Paragraph eins der Gründungsurkunde. Die Ettenheimer Fastnacht geht auf eine Gründung von achtzehnhundertsechsundvierzig zurück, damals mit zwölf Mitgliedern und noch unter einem anderen Namen.
In der Thomasstraße ein steinerner Wandbrunnen, daneben große Holzfässer als Pflanzkübel. Im Gewölbekeller dahinter ist das Stadtmuseum, da war bis neunzehnhundertsiebenundzwanzig das Gefängnis. Ein weißes Haus mit einer vergoldeten Wappenkartusche über der Tordurchfahrt, und eine Zeile heller Fassaden mit grünen Läden. Das Rathaus hat einen geschwungenen roten Giebel, eine Uhr, eine Figur in der Nische und einen kleinen Turm obendrauf. Und auf dem First ein bewohntes Storchennest. Die Figur in der Nische ist der Stadtgründer, Bischof Etto. Das Rathaus steht seit siebzehnhundertsiebenundfünfzig, ist aber seitdem mehrfach umgebaut worden. Davor wehen drei Fahnen: die rot-weiße der Stadt, die vom Naturpark Schwarzwald und eine vom Weinland Breisgau. So sieht sich die Stadt: Weinort am Rand des Breisgaus und Tor zum Schwarzwald.
Von der Platzseite das ganze Rathaus in Altrosa, daneben ein Fachwerkhaus in derselben Farbe, und ein Wegweiser zu Winefeldsaal, Stammgässle und Kulturkeller. Ein gelbes Fachwerkhaus mit der Hausnummer zwanzig, große Andreaskreuze, und zwischen den Stockwerken eine Heiligenfigur mit Kind. An der Holzbank davor hängt ein handgeschriebenes Schild, dreisprachig: D Bank isch für alle do. Alemannisch, Englisch, Französisch, so nah am Elsass. An einem Haus in der Rohanstraße hängt eine Bronzetafel. Hier wohnte seit achtzehnhunderteins der Herzog von Enghien, ein Bourbone, Emigrant, im Obergeschoss zur Miete. In der Nacht zum fünfzehnten März achtzehnhundertvier haben französische Dragoner das Haus umstellt, ihn über den Rhein entführt und sechs Tage später in Vincennes erschossen, auf Befehl Napoleons. Der Fall hat dieses Bürgerhaus in ganz Europa bekannt gemacht.
Vor der Sandsteinmauer des Hauses blüht eine Rose, apricot mit rosa Rändern. Und dann die Kirche, oben am höchsten Punkt der Altstadt. Von der Rohanstraße führt eine schmale Gasse zwischen Efeu und Hecken hinauf. Hell verputzt, roter Sandstein, ein doppelt geschwungener Giebel, Uhr, Fahnen, und dahinter dunkle Wolken. Auf der Bronzetafel an der Kirche steht, wie sie entstanden ist: gebaut siebzehnhundertachtundsechzig bis zweiundsiebzig von der Stadt und dem Kloster Ettenheimmünster, geweiht siebzehnhundertzweiundachtzig. Die Freitreppe hinauf, gelb-weiße Fahnen im Wind, unten stehen ein paar Motorräder. An der Fassade weiß gefasste Heiligenfiguren in Nischen, und ganz oben im Giebel eine vergoldete Kartusche: Uni et trino, dem Einen und Dreifaltigen.
Auf der Bronzetafel steht auch, warum diese Kirche mehr ist als eine Stadtkirche: Von siebzehnhundertneunzig bis achtzehnhundertdrei war sie die letzte Bischofskirche des alten Bistums Straßburg. Nachgelesen: Kardinal Louis de Rohan, Fürstbischof von Straßburg und Hauptfigur der Halsbandaffäre um Marie-Antoinette, floh vor der Revolution über den Rhein und hat sein Bistum dreizehn Jahre lang von Ettenheim aus geleitet. Er liegt im Chor begraben, und die Stadt nennt sich bis heute Rohanstadt. Innen ist es überraschend hell, und der Hochaltar füllt den ganzen Chor aus. Das Portal: eine geschnitzte Eichentür, darüber eine vergoldete Kartusche mit einem lateinischen Lobspruch.
Die Figur in der rechten Nische hält einen Schlüssel, das ist Petrus. Rot und Weiß, Sandstein und Putz, so ist die ganze Fassade gebaut. Gold, marmorierte Säulen, ein großes Altarbild, und das Licht kommt von oben. Das Altarblatt zeigt das Martyrium des Bartholomäus, gemalt von Johann Pfunner aus Tirol, den Altar selbst hat Anton Fuchs aus Herbolzheim gebaut. Ein Beichtstuhl aus Nussbaum mit durchbrochenem Schnitzwerk und roten Samtvorhängen. Ein Seitenaltar mit einem Marienbild, flankiert von zwei weißen Figuren. Vom Mittelgang aus der ganze Chor: Volksaltar, Chorgestühl, die Kanzel links, und oben im Gewölbe die Verklärung Christi. Und genau hier haben wir Kerzen angezündet, wie man das eben macht.
Der Tisch steht voll: brennende und unbenutzte Opferkerzen, daneben eine vergoldete Figur. Dahinter, hinter einem Schutzgitter, die Pietà: Maria mit dem toten Christus, das Gewand ganz vergoldet, vor blauem, sternenbesätem Grund. Der Marienaltar von nahem: gedrehte Säulen, goldene Kapitelle, und das Bild von Maria mit dem Kind. Oben auf der Empore steht die Orgel, und obendrauf sitzen drei Engel mit Posaunen. Das Gehäuse ist von siebzehnhundertsechsundsiebzig, das Werk dahinter von neunzehnhundertdreiundsiebzig. Und über allem liegen die Deckengemälde in ihren hellen Stuckrahmen, gemalt von Johann Anton Morath. Die Orgel, die Empore auf schlanken Sandsteinsäulen, und darüber das Gewölbe mit den farbigen Feldern.
Helle Eichenbänke, zwei geschnitzte Beichtstühle an der Wand, darüber ovale Reliefs. Karsten nennt diese Kirche unfassbar schön. Mehr braucht es nicht. Draußen, unterhalb der Kirche, das Gasthaus Ochsen: knallgelb, eine Madonna über der Tür, und ein schmiedeeiserner Ausleger mit vergoldetem Rankenwerk und einem gemalten Ochsen. Die ganze Altstadt steht seit neunzehnhundertdreiundsechzig als Ensemble unter Denkmalschutz, und seit zweitausendzweiundzwanzig darf sich Ettenheim offiziell Barockstadt nennen. Ein Bürgerhaus mit vergoldetem Oberlichtgitter über der Tür, dann ein großes Fachwerkhaus mit Efeu an der Ecke und Korbstühlen davor. Über einer Holztür die Jahreszahl sechzehnhundertneunundsechzig, in den Sandstein gehauen. Das ist die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg.
Das Kaffeehaus Ochi mit Kreidetafeln an der Tür, davor ein Laufbrunnen aus rotem Sandstein, der schon grün ist vom Wasser. Und am Ende einer engen Gasse die Spitalkirche mit einer Marienfigur im Giebel, gebaut in den Jahren um siebzehnhundertfünfundachtzig für ein Spital, das es seit vierzehnhundertzweiundfünfzig gibt. Zum Abschluss ging es ins Café Rohan, mitten in der Altstadt, auf die Terrasse rund um den Rohanbrunnen. Zuerst der Wurstsalat, mit Zwiebelringen, Schnittlauch, Tomaten und zwei Stücken Brot. Dann die Kässpätzle, überbacken, in einer schwarzen Pfanne, mit Schnittlauch obendrauf. Und die Flädlesuppe, die stand auch auf dem Tisch, ganz für sich.
Ich am Tisch, mit Brille und ziemlich zufrieden. Am frühen Abend stand auf dem Handy die Vorhersage: Bewölkung gegen sieben, Böen bis vierundzwanzig Stundenkilometer. Und dann macht der Abend etwas ganz anderes daraus, als angekündigt war. Die Sonne bricht durch die strukturierte Wolkendecke über einer dunklen Baumreihe. Über dem Stellplatz steht der Himmel dramatisch, und damit klingt dieser Tag auf dem Platz aus.
Tag drei: Rust, der See, die Torte
Am Montagvormittag waren Jutta, Kiara und Tilman erst einmal im Freibad nebenan. Urteil: super. Danach sind wir mit dem Rad Richtung Europa-Park gefahren, aber nicht in den Park hinein. Wir wollten wissen, ob die Strecke überhaupt machbar ist, bevor wir sie mit allen fahren. Von Ettenheim nach Rust sind es mit dem Rad gut acht Kilometer, und es geht praktisch eben, vierundzwanzig Meter bergab auf der ganzen Strecke. In Rust dann eine Brücke über einen schmalen Wasserlauf, Blumenampeln und eine Trauerweide. Ansehen wollten wir uns den Ort bei der Gelegenheit natürlich auch. Im Pflaster steckt eine Tafel: Auf dem ehemaligen Marktplatz des Fleckens Rust.
Rust ist ein altes Dorf, erwähnt schon siebenhundertzweiundsechzig, damals Ruostein. Ein Fischer- und Bauerndorf, das heute auf eins Komma sechs Millionen Übernachtungen im Jahr kommt. Der Grund dafür steht am Ortsrand. Auf dem Weg weiter ein alter Steinbrunnen mit der Jahreszahl neunzehnhundertachtundachtzig. Und dann haben wir unterwegs einen See gefunden, mit dem keiner gerechnet hatte. Katela stand sofort mit den Pfoten im Wasser, ohne uns lange zu fragen. Die Leine führt zum Ufer, und sie steht im seichten Wasser wie angewachsen. Ich stehe am Ufer, die Rollleine in der Hand, und lasse ihr Zeit. Klares Wasser, ein Kiesufer, und drüben auf der anderen Seite nur Wald.
Am Rand liegt ein abgestorbener Stamm, und darunter sieht man jeden einzelnen Stein. Das ist der Baggersee Grafenhausen, keine vier Kilometer von Ettenheim, gleich neben der A fünf. Rund vier Hektar, Baden erlaubt, ohne Aufsicht und ohne Eintritt. Katela läuft mit der gelben Leine durch das flache Wasser am Ufer entlang. Sie hat das sehr genossen, und wir sind deshalb länger geblieben als geplant. Das Wasser wird alle vier Wochen vom Gesundheitsamt geprüft, und seit zehn Jahren steht jedes Mal dasselbe im Bericht: ausgezeichnet. Und im Sommer hat das Wasser bis zu achtundzwanzig Grad. Und dann das Wasser ganz nah, und es leuchtet türkis, richtig türkis.
Der Uferweg, der dichte Bewuchs, die glitzernde Fläche dazwischen. Nah am Ufer sieht man den Kiesgrund durch das Wasser hindurch. Dann steigt die Drohne, und der Blick reicht weit über die Felder ins Hügelland. Von oben ist der See ein einziges Türkis. Mein Wort dafür ist kurz. Ein Traum. Am Ufer liegt ein großer umgestürzter Baumstamm, auf dem ich herumgeklettert bin. Eine ganze Weile sind wir da einfach geblieben und haben nichts weiter gemacht. Katela steht am flachen Ufer, von hinten, ganz ruhig, und schaut aufs Wasser. Kein Steg, keine Bude, kein Schild. Nur Wasser, Kies und Bäume. Und unter der Oberfläche Barsche, Hechte und Karpfen. Auf dem Rückweg war noch einmal Café Rohan dran, und diesmal mit der lang ersehnten Schwarzwälder Kirschtorte. Sahne, Kirschen, dunkler Boden, ein richtig großes Stück.
Dazu ein Cappuccino mit Milchschaum, auf blauem Unterteller, direkt neben dem Teller. Einen Preis für die Torte veröffentlicht das Café nirgends. Der Cappuccino stand zuletzt mit drei sechzig auf der Karte. Und abends wurde gegrillt, mit dem, was Tilman und ich am ersten Tag beim Edeka geholt hatten. Der Abend wurde einfach genossen.
Tag vier: der Europa-Park
Am Dienstag ging es dann wirklich in den Park hinein, aufgebrochen sind wir pünktlich um Viertel nach acht, zu viert und mit den Rädern. Die Strecke kannten wir ja jetzt. Am Park parken Fahrräder kostenlos, das Auto kostet zehn Euro am Tag. Und das Tagesticket liegt online für Erwachsene zwischen siebenundsechzig und sechsundsiebzig Euro. Eröffnet wurde der Park neunzehnhundertfünfundsiebzig von Franz und Roland Mack. Heute sind es fünfundneunzig Hektar, einundzwanzig Themenbereiche, über hundert Attraktionen und vierzehn Achterbahnen. Sechs Millionen Gäste im Jahr. Von diesem Tag gibt es mit Absicht fast keine Bilder. Der Tag wurde einfach genossen. Das erste Foto zeigt eine Bahn durchs Laub, und die war Karstens Thema: die Euro-Mir aus dem russischen Themenbereich.
Die wird zweitausendsiebenundzwanzig eingestellt, das war der Grund, sie noch einmal zu sehen. An ihrer Stelle entsteht ein neuer Themenbereich. Nachgelesen: Die Euro-Mir fährt seit neunzehnhundertsiebenundneunzig, achtundzwanzig Meter hoch, fast einen Kilometer lang, achtzig Stundenkilometer, mit drehbaren Wagen. Letzter Betriebstag ist der neunte Januar zweitausendsiebenundzwanzig. Danach kommt bis zur Saison zweitausendachtundzwanzig ein Bereich rund um das Weltall, mit einer Familienachterbahn, zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation. Sein zweites Thema waren die Getränke, und wie teuer die in so einem Park inzwischen sind. Arena of Football, kurz nach eins: eine Weinschorle, ein Pils, eine Cola und eine Limonade.
Neunzehn Euro vierzig, kontaktlos bezahlt, und damit ist alles gesagt. Highlight für alle vier war die Arthur-Bahn. Die sind wir gleich zweimal gefahren. Um sieben waren wir zurück, und das Essen kam wieder von Löffler, diesmal zum Abholen. Auf der Abholkarte des Hauses stehen Pinsa ab elf Euro und zwei Schnitzel mit Pommes für achtzehn fünfzig. Und drüben im Freibad lief zum Abschluss der Ettenheim-Song, wie jeden Abend. Ich habe ihn aufgenommen. Auf dem Campingplatz war das, sagen wir, ziemlich nervig.
Werbung in eigener Sache
An dieser Stelle im Film sitzt ein klar gekennzeichneter Werbeblock für die Roland Püllen GmbH, Karstens eigene Firma. Danach beginnt der stille letzte Tag ohne Musik.
Tag fünf: Chilltag, Abbau, die letzte Runde
Der Mittwoch war ein Chilltag. Die Kinder waren auch mal allein unterwegs. Katela lag neben der Matte auf der Wiese, während wir in aller Ruhe eingepackt und abgebaut haben. Am Abend die Räder zurück zu Rad Schulz, ein Meisterbetrieb mit eigener Werkstatt, und die einzige Verleihadresse, die der Campingplatz nennt. Zweihundert Euro für zwei Räder und fünf Tage, das war es uns wert. Danach noch einmal ein reservierter Tisch bei Löffler. Wieder das beste Essen. Und dann sind wir noch einmal los, ein letztes Mal mit Katela. Halb zehn abends, Jutta vorneweg mit der Lampe. Der Lichtkegel findet sie am Wegrand, zwischen trockenem Boden und Gras. Sie bleibt stehen und schaut, was dieses Licht da eigentlich soll.
Vor uns der schmale Grasweg, und weit hinten liegt ein beleuchtetes Gelände. Sonst ist da nichts. Kein Laternenlicht, keine Markierung, kein Geländer. Auf dem festen Weg dreht sie sich um und schaut direkt in die Lampe. Es ist die letzte Runde dieser Reise, und sie weiß das natürlich nicht. Jutta steht auf dem frisch gepflügten Acker, die Lampe in der Hand. Um sie herum ist nur der Acker und das, was die Lampe gerade erreicht.
Rückfahrt und Fazit
Katela steht am Rand des gepflügten Feldes. Das war sie dann, die letzte Runde. Fünf Nächte waren das, und ich würde es genauso wieder machen. Nicht alles davon steht auf Bildern. Es war eben auch Urlaub, und im Urlaub genießt man die Zeit auch einfach mal. Über dem Acker liegen die Lichter der Häuser, und dahinter stehen die dunklen Hügel. Ein wirklich sehr guter Platz. Preis-Leistung top, und das sage ich nicht oft. Das Restaurant gegenüber ist eine absolute Empfehlung. Für mich hat es einen Michelin-Stern verdient, auch wenn es keinen hat. Am meisten hängen geblieben ist am Ende aber der See. Ein Traum. Genervt hat eigentlich nur eines: der Song, der jeden Abend aus dem Freibad herüberkam.
Am Donnerstagmorgen sind wir los. Die Rückfahrt verlief stressfrei und ohne Komplikationen, und der Bordcomputer zeigte unterwegs wieder sieben Komma sechs Liter auf hundert. Über alle Tage tolles Wetter, auch mal Regen, aber immer nur kurz und erträglich. Eine sehr schöne Zeit.
Alle Zahlen zum Platz, Preise, Kategorien und Regeln, kommen im Stellplatz-Check. Der folgt.
Transparenz: Der Film enthält einen gekennzeichneten Werbeblock in eigener Sache für die Roland Püllen GmbH und am Ende einen Hinweis auf unsere eigenen Angebote. Die Sprecherstimmen und Teile der Musik wurden mit KI-Werkzeugen erzeugt, deshalb steht „Teils KI-generiert“ über die ganze Laufzeit im Bild; das Bildmaterial ist echt und stammt von uns. Kiara und Tilman werden nur genannt, sie sind nicht im Bild. Alles über Geschichte, Kultur und die Betriebe vor Ort haben wir nachgelesen (Stadt Ettenheim, Tafeln vor Ort, Websites der Betriebe, Stand September 2026); alles andere haben wir selbst erlebt. Für den Campingpark Oase, den Europa-Park, das Parkrestaurant Löffler und die genannten Betriebe besteht keine Kooperation, wir haben alles selbst bezahlt.
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