Campingpark Heidewald Sassenberg – sieben Nächte gebucht, fünf geblieben
Einmal im Jahr eine ganze Woche im Voraus buchen – in der teuersten Kategorie eines Fünf-Sterne-Platzes, 129 Euro die Nacht. Nach fünf Nächten sind wir gefahren. Ein 30-Minuten-Reisebericht aus dem Münsterland, mit allen Preisen, einer Radtour zum Wasserschloss und einem ehrlichen Fazit.
10.–11. Juli und 22.–27. August 2026 | Campingpark Heidewald, Sassenberg im Münsterland
Sieben Nächte hatten wir gebucht. Geschlafen haben wir fünf. Wir sind zwei Tage früher gefahren, und an der Rezeption hat uns niemand gefragt, warum.
Warum wir gefahren sind, erzählen wir in diesem Film — der Reihe nach und von ganz vorne. Es geht dabei ausdrücklich nicht darum, dass der Platz schlecht wäre. Er ist es nicht. Es geht darum, dass wir etwas gebucht haben, das nicht zu uns passt.
Die Kapitel
- 0:54 — Juli: der Fund bei Facebook, die Nacht im Reisemobilhafen, SPA 3
- 3:56 — August: SPA 1, und was eine Nacht wirklich kostet
- 6:12 — Was man für 129 Euro die Nacht bekommt
- 8:31 — Sonntag: einmal ums Gelände, Trimm-dich-Pfad, Automatenhof, Gasthaus Eichenhof
- 12:24 — Montag: der Platz von oben, und ein Abend an der Feuersäule
- 14:13 — Dienstag: 26,4 Kilometer mit dem Rad zum Wasserschloss Harkotten
- 18:15 — Mittwoch: Regen, das Campino und die Sauna
- 20:47 — Werbung in eigener Sache
- 21:36 — Katela: die Hunderunde, die wir nie zu Ende gegangen sind
- 24:28 — Donnerstag: was sich angesammelt hat, und die Entscheidung
- 27:14 — Unser Fazit und die Note
Angefangen hat alles im Juli
Jutta hatte den Platz bei Facebook gesehen und wollte unbedingt dorthin. Also sind wir am 10. Juli über Nacht losgefahren und standen gegen 22 Uhr davor. Der Campingplatz selbst war längst dicht — aber davor liegt ein Reisemobilhafen, der rund um die Uhr anfahrbar ist. Dort haben wir uns hingestellt und geschlafen.
Am nächsten Morgen den Schlüssel geholt, und wir durften sogar vor 15 Uhr auf unseren Platz: SPA 3, eine eigene helle Kiesfläche, ein eigenes Bad, eine Terrasse und ein Hot Tub. Wir sind eigentlich keine Luxuscamper — aber Jutta mag Wellness, und ihr wurde der Wunsch einmal erfüllt.
Das Wetter und der Platz haben dann dafür gesorgt, dass wir noch vor Ort eine ganze Woche Jahresurlaub gebucht haben. Es war tatsächlich noch etwas frei.
Was eine Nacht kostet
Sechs Wochen später, Samstag, der 22. August. Diesmal SPA 1, „Spa Deluxe", die teuerste Kategorie, die dieser Platz hat: 129 Euro pro Nacht, dazu 4 Euro pro Nacht für Katela. Sauna und Hot Tub sind zubuchbar und haben wir diesmal bewusst weggelassen — man bezahlt es sonst und nutzt es am Ende doch nicht.
Dafür bekommt man vor allem eines: Abstand. Man steht nicht dicht an allen anderen, sondern eher wie in einem eigenen kleinen Garten. Dazu eine gepflasterte Terrasse mit Sitzlounge unter einem Lamellenpavillon, eine Hängematte, ein eigenes Bad mit Dusche und WC, eine Küche mit Kochfeld, Kühlschrank und Spülmaschine. Der Gasgrill steht schon da, mit angeschlossener Flasche. Morgens gibt es einen Brötchenservice, den man am Vortag vorbestellt.
Bei der Übergabe war der Grill nicht sauber, die Küchenarmatur saß lose, die Toilette war schmierig. Das haben wir selbst nachgearbeitet. Bei diesem Preis wollen wir es einmal gesagt haben.
Ein Ort, an dem der Wohnwagen erfunden wurde
Was uns niemand erzählt hat: Dieser Platz hat eine richtig schöne Geschichte. Gegründet wurde er Anfang der sechziger Jahre von Heinz Austermann — dem Mann, der den ersten Caravan gebaut hat, die sogenannte „Knospe". Seine Kunden fragten ihn immer wieder, wo man mit dem neu gekauften Wohnwagen denn eigentlich stehen könne. Also hat er ihnen selbst einen Platz eingerichtet. 2003 hat die Familie Peitz-Austermann in dritter Generation übernommen.
Und die schönste Pointe des Ortes: Der Wohnwagenhersteller LMC hat seinen Sitz in Sassenberg. Hier wurde der erste Caravan gebaut, hier steht bis heute ein Wohnwagenwerk — und der Campingplatz ist aus genau der Frage entstanden, wohin man damit fährt.
Die Woche: Wald, Räder und ein Wasserschloss ohne Café
Hinter dem Zaun fängt sofort der Kiefernwald an, mit einem kompletten Trimm-dich-Pfad zwischen den Bäumen. Der Feldmarksee liegt 300 Meter entfernt, das Erholungsgebiet umfasst 114 Hektar. Am Nachbarplatz gibt es einen überdachten Automatenhof, rund um die Uhr offen, und das Gasthaus Eichenhof, wo wir abends im Biergarten saßen: vier von fünf Sternen fürs Essen, fünf für das Ambiente.
Der beste Tipp für diesen Platz ist das Fahrrad. Das ist hier Radland — ab Platz befahrbar sind der Emsradweg, die 100-Schlösser-Route und die Route 72. Unsere Dienstagstour: 26,4 Kilometer, 1:22 Stunden reine Fahrzeit, 19 km/h im Schnitt — und ganze 32 Höhenmeter. Münsterland eben.
Am Ende der Tour stand die Doppelschlossanlage Harkotten im Stadtteil Füchtorf: ein Wassergraben, ein Herrenhaus mit rotem Ziegeldach, ein Park. Der schönste Ort dieser ganzen Woche — und wir hätten dort gern einen Kaffee getrunken. Kein Café, kein Kiosk, nichts. 28 Minuten später standen wir in Sassenberg vor einem Supermarkt und haben ein Stück Kuchen gekauft. Ab diesem Dienstag war der Platz nicht mehr der Ort, von dem aus man losfährt. Er war der Ort, zu dem alles wieder zurückführt.
Am Regenmittwoch waren wir im Campino essen, dem Restaurant direkt an der Einfahrt — ein eigenständiger Betrieb, nicht Teil des Campingparks. Im Juli hatte man uns dort ziemlich rüde abgewiesen; diesmal haben wir einen Tisch bekommen, und es war das Beste an der ganzen Woche. Wir empfehlen es zu hundert Prozent — mit Reservierung und etwas Geduld beim Service.
Und Katela?
Es gibt eine Hunderunde einmal um den Platz. Die sind wir nie zu Ende gegangen: Ein großer Teil führt an einer schnellen Bundesstraße entlang, und Katela hat Angst vor Lastwagen und Bussen. Also ging es stattdessen jeden Tag in den Wald. Es gibt eine eigene Hundedusche, auf dem Gelände gilt Leinenpflicht, und pro Stellplatz sind höchstens zwei Hunde erlaubt. Ein Detail, das im Fazit noch wichtig wird: Im Reisemobilhafen ist ein Tier im Preis enthalten, auf allen anderen Stellplätzen kostet der Hund extra.
Warum wir zwei Tage früher gefahren sind
Am Donnerstag hat sich zusammengezählt, was sich angesammelt hatte: 129 Euro für unsere Nacht — und 22 Euro für eine Nacht im Reisemobilhafen auf demselben Gelände. Die Entsorgungsstation für Grauwasser ist zu bestimmten Uhrzeiten abgesperrt. Die Sauna für 25 Euro extra kam ohne Aufguss und ohne abgetrennte Zone. Und ausgerechnet im Spa-Bereich war es voll und unruhig, während der Rest des Platzes leer war.
Fair bleiben gehört dazu: Sehr viele Gäste finden diesen Platz hervorragend. Auf der eigenen Seite steht eine 4,8 von 5 aus über 1600 Bewertungen, bei camping.info eine 4,9, und der Platz ist dort zehnmal in Folge ausgezeichnet worden. Die fünf Sterne sind belegt — das Zertifikat hängt im Schaukasten an der Rezeption.
Am 27. August um 18 Uhr hat Jutta den Schlüssel abgegeben. Zwei bezahlte Nächte blieben stehen.
Unser Fazit
Vier von fünf Sternen für den Campingpark Heidewald. Im Einzelnen: Stellfläche 5, Sanitär 4, Hundefreundlichkeit 4, Umgebung 3,5. Er ist komplett geschottert, man steht nie im Matsch, der Grill ist top, der neue vordere Sanitärbereich erstklassig.
Und das, was wir wirklich mitnehmen: Nicht der Platz war unser Fehler. Die Buchungsform war es. Wir fahren normalerweise Wochenenden und entscheiden morgens, wohin es geht. Eine ganze Woche fest im Voraus buchen wir nicht wieder — außer, es fährt jemand mit, denn dann muss man planen.
Karsten hat es am letzten Abend so zusammengefasst: Es war schön, muss ich nicht noch mal haben.
Transparenz: Der Film enthält bei 20:47 einen gekennzeichneten Werbeblock in eigener Sache für die Roland Püllen GmbH und am Ende einen Hinweis auf unsere eigenen Angebote. Sprecherstimmen und Musik sind KI-erzeugt, das Bildmaterial stammt von uns — deshalb steht „Teils KI-generiert" über die ganze Laufzeit im Bild.
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Die Daten zum Platz
Preise, Ver- und Entsorgung, Hundefreundlichkeit, Saison und unser Bewertungsdetail stehen im Stellplatz-Check — kompakt auf einer Seite.