Ausgebüxt – ein Wochenende am Venekotensee
Zwei Nächte, ein Waldsee und ein Abendessen mit Juttas Bruder Sven und seiner Frau Nadine: Wir sind ausgebüxt, ganz in der Nähe, ohne Landstrom, mit Katela im flachen Wasser und mit einem Gespräch vor der Tür des Restaurants, das uns länger im Kopf geblieben ist als jedes Gemüse.
25. bis 27. September 2026 | Stellplatz Ausgebüxt, Venekotensee bei Niederkrüchten
Ein Freitag Ende September, gar nicht weit von zu Hause, und vor uns liegt ein Waldmeer bis zum Horizont. Mittendrin ein See, ein kleiner Stellplatz und ein Restaurant, in dem wir am Samstagabend verabredet sind. Zwei Nächte, ein Ziel: Wir sind ausgebüxt.
Die Kapitel
- Kaltstart: ein Waldmeer bis zum Horizont
- Freitag, 15 Uhr: Ankommen
- Ohne Landstrom, mit Sonne
- Die Bar unter dem Segeltuch
- Freitagabend in Carlos
- Samstagmorgen am See
- Der Platz bei Tageslicht
- Von oben
- Die Runde um den See: Baden verboten, Spiegel, Steg und Pilze
- Ausbüxen in drei Schritten
- Das Ziel: die Auszeit
- Steak, Gemüse und ein Gespräch
- Sonntag und Fazit
- Frage und Abspann
Der Grund für dieses Wochenende ist ein Abendessen
Juttas Bruder Sven und seine Frau Nadine wollten uns mal wieder sehen. Also haben wir die beiden ins Restaurant Auszeit in Niederkrüchten eingeladen, und das liegt direkt neben einem Stellplatz, den wir schon von früher kannten. Da lag es nahe, beides zu verbinden: ein Wochenende für uns und Katela, und am Samstag das Essen. Den Platz haben wir ein, zwei Wochen vorher per WhatsApp angefragt und bekommen. Es ist ja nicht weit bis dahin: Anreise am Freitag, Abreise am Sonntag.
Freitag: ankommen, nichts tun
Als wir ankommen, ist die Chefin selbst da und weist uns ein. Unser Platz liegt hinten in der Ecke, nicht vorn auf dem großen Schotterplatz am Schilf. Vorne wäre schöner gewesen, aber hinten ging auch. Katela sieht das sowieso entspannter: Hauptsache Wiese, und Hauptsache, es gibt etwas aus der Hand.
Landstrom haben wir nicht gebucht. Carlos hat acht Kilowattstunden Lithium an Bord, und die Solarpaneele legen wir einfach neben ihm ins Gras. Die App zeigte uns zweihundertvierzehn Watt aus der Sonne, bei zweiundzwanzig Grad und kaum einer Wolke. Für zwei Tage reicht das dicke. Und dann passiert erst mal genau das, wofür man so ein Wochenende macht: nichts. Zwei Liegestühle, Sonnenbrille, Handy in der Hand.
Vorne am Eingang steht ein großes Segeltuch über Holztischen, Bänken und Pampasgras, daneben parkt ein alter Militärjeep. Die kleine Bar hatte an diesem Nachmittag noch nicht geöffnet, trocken sitzen lassen hat uns die Chefin trotzdem nicht: ein Weißwein für Jutta, ein Radler für Karsten. Katela legte sich unter den Tisch, ganz nah an unsere Füße, und schaute von unten, ob nicht doch noch etwas für sie abfällt. Auf dem Pfosten neben uns landete eine Libelle und blieb sitzen, als wäre sie hier zu Hause.
Am Abend lag die Sonne schon tief. Carlos hatte die Tür weit offen, auf dem Klapptisch stand ein Glas Wein, und Karsten hatte angefangen: Tomate Mozzarella, dazu Fischstäbchen aus der Heißluftfritteuse, zweihundert Grad, ein paar Minuten, fertig. Mit Zitrone auf richtigen Tellern, denn an Bord haben wir nur echtes Geschirr, alles genau zweimal. Ein einfaches Abendessen, die Lichterkette an, und trotzdem ein schöner Moment.
Samstag: der See
Am Samstagmorgen sind wir mit Katela zum Wasser gegangen. Nach ein paar Minuten lag er vor uns, der Venekotensee, spiegelglatt, die Bäume standen kopf darin. Katela zog direkt ans Ufer und steckte die Pfoten hinein. Es war ganz still, nur ein paar Ringe auf dem Wasser, da, wo sie getrunken hatte. Eine Tafel am Weg erzählt, dass dieser See einmal eine Kiesgrube war. Zurück in Carlos gab es Rührei aus der Pfanne, mit Toast, Kaffee und viel Zeit. Karsten musste dabei natürlich ein Selfie machen, Jutta ist im Hintergrund.
Danach hat Karsten eine Runde über den Platz gedreht: breite Schotterwege, alles eben, die Mülltonnen getrennt hinter dem Haus, hinten in der Ecke die Entsorgung und ein kleines Sanitärhaus aus Holz. Geduscht haben wir für die zwei Tage nicht, die Toilette hat Jutta genutzt. Zu den Zahlen und Regeln des Platzes kommt später der Stellplatz-Check.
Mittags stieg die Drohne. Unten saßen wir in unseren Stühlen auf der Wiese, und von oben sah man erst, wie klein der Platz ist: ein paar Reihen Wohnmobile, daneben zwei Tennisplätze. Rundherum Häuser im Wald, kaum eines ohne Garten, dahinter Weiden, Pferdekoppeln, Felder und Wald, so weit man sehen kann. Das ist das Feriendorf Venekoten, und das haben wir nachgelesen: Es wurde zwischen 1967 und 1972 gebaut, über dreihundert Ferienhäuser am Süd- und Ostufer des Sees. Am 25. September 1967 wurden im Feriendorf eine Reithalle und die Gaststätte Ponyhof eröffnet; wir sind auf den Tag genau neunundfünfzig Jahre später angekommen. Heute leben in den Häusern rund sechshundert Menschen dauerhaft, aus dem Feriendorf ist ein ganz normaler Ortsteil geworden. Der See ist gut elf Hektar groß, sein Ufer zweieinhalb Kilometer lang. Wir sind hier im Naturpark Maas-Schwalm-Nette, drei Kilometer weiter westlich beginnen schon die Niederlande. Und nicht weit von hier, bei Elmpt, lag bis 2001 einer der großen britischen Militärflughäfen in Deutschland, RAF Brüggen; heute soll dort ein Gewerbepark entstehen. Brüggen selbst hat eine Burg aus dem dreizehnten Jahrhundert. So viel Geschichte rund um so einen stillen See.
Die Runde um den See
Nach dem Mittag sind wir losgegangen, erst ein Stück die Straße entlang zwischen hohen Kiefern, dann über einen Grasweg in den Wald aus Birken, Kiefern und Heide. Am Weg steht eine geschnitzte Holzstele, daneben ein Spender mit Hundebeuteln, hier ist man auf Hunde eingestellt. Katela trabte vorneweg, die gelbe Leine immer straff, und stand im ersten Wasser schneller drin, als wir schauen konnten. Sie watete bis zum Bauch hinein und schaute sich dann zu uns um.
Das Wasser ist klar, man sieht den Sandboden weit hinaus. Karsten stand am Ufer auf einem alten Baumstamm, Katela unten im Wasser, an der Leine. Am Weg steht das Schild „Lebensgefahr, Baden verboten“. Für Menschen gilt das grundsätzlich: Es gibt keine Aufsicht, keinen Bademeister, keine DLRG, wer trotzdem hineingeht, tut das auf eigene Gefahr. Wenn Katela ihre Pfoten kühlen will oder Durst hat, dann geht sie hinein, und das verbietet Karsten ihr nicht. Die Natur gehört uns allen, wichtig ist, dass wir uns benehmen und respektvoll damit umgehen. Am Ufer kamen wir am Angelverein vorbei; der See ist ein Vereinsgewässer. Daneben ein schmaler Wasserlauf, am Ufer wilder Hopfen, und gegenüber reichen die Gärten der Häuser bis ans Wasser, eines hat sogar einen eigenen Steg.
Danach wurde das Ufer wilder: alte Äste, Schilf, rote Beeren, eine Eberesche voller Vogelbeeren, Farn schon ganz herbstlich braun. An der nächsten Bucht war Katela wieder im Wasser, ganz langsam, Schritt für Schritt, und der Himmel lag auf dem See, als hätte ihn jemand dort abgelegt. Wir haben uns unter den Bäumen einfach hingesetzt und aufs Wasser geschaut. Für die ganze Runde haben wir fast eine Stunde gebraucht, eher ein bisschen mehr. Ein Holzsteg führt ins Wasser, Karsten ging mit Katela bis vorne an die Kante, und von dort sieht man über den ganzen See: kein Boot, kein Lärm, nur Spiegelung. Im Gras am Weg standen die ersten Pilze. Es ist Herbst geworden. Über eine kleine Holzbrücke und durch den Birkenwald ging es zurück zum Platz.
Am Ende der Runde steht eine Holzbank der Interessengemeinschaft Venekotensee; die haben die Bewohner 1973 gegründet, als sie ihr Feriendorf selbst in die Hand nahmen. Am Eingang des Platzes hängt ein Schild: Drei Schritte zum Ausbüxen. Erstens bitte warten, zweitens anrufen, drittens, wenn niemand erreichbar ist, einfach einen freien Platz aussuchen. Die Bar war jetzt leer, die Feuerschale kalt. Am Abend waren wir ohnehin woanders, und Katela trabte zufrieden an der Leine zurück zu Carlos.
Werbung in eigener Sache
An dieser Stelle im Film sitzt ein klar gekennzeichneter Werbeblock für die Roland Püllen GmbH, Karstens eigene Firma. Danach geht es zum Abendessen.
Samstagabend: die Auszeit
Kurz vor sechs saßen wir im Restaurant Auszeit, das direkt am Platz liegt, zusammen mit Juttas Bruder Sven und Nadine. Für uns alle war es das erste Mal dort, und das war ja eigentlich auch das Ziel dieser Tour. Dunkle Holzbalken unter der Decke, Fliesen auf dem Boden, gute Gespräche. Zuerst gab es einen kleinen Gruß aus der Küche, dazu Brot und Butter, dann einen frischen, hübsch angerichteten Salat. Und was uns sofort auffiel: Der Koch und das ganze Team sind unglaublich freundlich und zuvorkommend. Auf dem Tisch landeten Bandnudeln mit Bolognese, mit ordentlich Soße.
Karsten hatte das Rumpsteak, und das war super. Das Gemüse dazu war ein bisschen spezieller, sein Fall war es nicht. Die anderen waren mit ihrem Essen sehr zufrieden. Am Tisch hat Karsten nichts gesagt, er wollte das nicht als Kritik loswerden. Später rauchte er draußen, und dabei kam er mit dem Koch ins Gespräch. Er erzählte es ihm, und der Koch meinte, er hätte doch einfach etwas sagen können, dann hätte er ihm schnell einen Salat gemacht. Aus diesem Gespräch hat Karsten viel mitgenommen, und so eine Gastfreundschaft hat er selten erlebt. Wenn etwas verbrannt oder versalzen ist, kann das jeder beurteilen, aber Geschmack ist Geschmack. Ein schöner Abend mit Sven und Nadine, genau dafür waren wir hergekommen. Zum Schluss gab es noch ein paar Fruchtgummis, dann war der Samstag vorbei.
Sonntag und Fazit
Am Sonntag sind wir früh los: aufstehen, Carlos fertig machen, alles verstauen. Bezahlt hatten wir schon, und die Heimfahrt war ganz entspannt. Carlos kam zurück an seinen Platz in der Firma, Autos tauschen, Wäsche und Kühlschrank ausräumen, und ab nach Hause. Vom Sonntag gibt es keine Bilder.
Was bleibt? Ein See, der idyllisch ist, zumindest bei so einem Wetter, wie wir es hatten. Eine Hündin, die ihren Spaß hatte, und eine Runde, die man nicht abkürzen möchte. Ein kleiner Stellplatz, auf dem man herzlich empfangen wird, auch wenn vorne am Schilf ein Platz schöner gewesen wäre. Und ein Abend in der Auszeit, von dem nicht das Gemüse hängen bleibt, sondern die Gastfreundschaft.
Wie ist das bei euch: Sagt ihr im Restaurant, wenn euch etwas nicht schmeckt, oder esst ihr still auf? Schreibt es uns in die Kommentare.
Alle Zahlen zum Platz, Preise und Regeln, kommen im Stellplatz-Check. Der folgt.
Transparenz: Der Film enthält einen gekennzeichneten Werbeblock in eigener Sache für die Roland Püllen GmbH und am Ende einen Hinweis auf unsere eigenen Angebote. Die Sprecherstimmen und Teile der Musik wurden mit KI-Werkzeugen erzeugt, deshalb steht „Teils KI-generiert“ über die ganze Laufzeit im Bild; das Bildmaterial ist echt und stammt von uns. Sven und Nadine werden genannt, auf den Aufnahmen vom Abend sind sie nicht erkennbar. Alles über den See, das Feriendorf Venekoten, RAF Brüggen und die Burg Brüggen haben wir nachgelesen (Tafeln vor Ort, Webseiten der Ortsgemeinschaft und des Angelvereins, Wikipedia, Stand Oktober 2026); alles andere haben wir selbst erlebt.